„SEOM-Porträt im Compassioner“ – Wenn Rap-Musik auf Spiritualität trifft

„SEOM-Porträt im Compassioner“ – Wenn Rap-Musik auf Spiritualität trifft

„Wenn Rap-Musik auf Spiritualität trifft“

Von Anja-Katharina Riesterer am 26. April 2017

Wie der Rapper SEOM auf ganz besondere Art und Weise seine Gedanken mit Rap-Musik ausdrückt…

Bei Rappern denkt man zuerst an Bushido, Kollegah und Eminem, an provokante Texte über Frauen, Geld, Sex. Spirituelle Musik dagegen wird mit Harfenklängen assoziiert. Aber ist beides miteinander vereinbar? Kann „spiritueller Rap“ funktionieren?

Die Antwort auf diese Frage ist Patrick Kammerer (33) aus Augsburg. Er bricht als SEOM mit jeglichen Klischees und vereint auf eine neue, vereinnahmende Weise die Welten von Rap und Spiritualität. Berührend für alle, die tiefgründige Inhalte und uraltes Wissen mögen oder ganz einfach eine Sehnsucht nach sich selbst verspüren. Denn stilistisch bleibt SEOM bei dem, was man sich unter Rap vorstellt: Eingängiger Sprechgesang, sprachliche Mittel und Reime. Seine Texte richten aber – ganz im Gegensatz zu Bushido und Co – den Blick nach innen.

Der junge Musiker hat dunkelbraunes Haar, leuchtende, offene Augen und Wangengrübchen, die ihn in Kombination mit seinem schwäbischen Augsburger Akzent kindlich-verschmitzt wirken lassen. Seine Art zu sprechen (und zu rappen) ist eindringlich, aber sanft. In seinen Songs geht es um die Kraft des Geistes und der Gedanken, den Glauben an sich selbst oder unseren göttlichen Ursprung und die universelle Weisheit, die uns innewohnt. Sein Ziel: Herzen öffnen und Potenziale freilegen. „Dafür ist die Musik als Sprache des Herzens der beste Weg. Sie geht viel direkter ins Gefühl und ins Unbewusste und funktioniert ganz anders als ein spirituelles Buch, das man ja erst einmal mit dem Verstand wahrnimmt“.
Aufzeichnungen des Großvaters als Lebensrevolution

Geboren als Sohn eines Heilpraktikers und einer Meditationslehrerin lernte SEOM alias Patrick früh die Bedeutung alten Wissens und den Zusammenhang von Körper, Geist und Seele kennen. Als er 13 war, starb sein Großvater und hinterließ ihm seine gesammelten Aufzeichnungen über spirituelle, wissenschaftliche und quantenphysikalische Zusammenhänge und die Lehren alter und neuer Meister. Je öfter Patrick sich damit befasste, desto mehr erreichten diese Inhalte sein Herz und kamen zur Anwendung. Und fanden schließlich Eingang in seine Arbeit als Künstler.

Getextet und Songs komponiert hatte er schon früh, jedoch zunächst mit mäßigem Erfolg und einer Menge Kritik von Freunden und Bekannten. „Ich habe mir oft anhören müssen, dass mir das Talent fürs Texteschreiben fehlt“, erinnert er sich lächelnd. „Dafür bin ich heute dankbar, denn ich durfte daran üben, mir treu zu bleiben, egal, was im Außen passiert“.

Denn dass das Schreiben und Rappen seine Berufung ist, wusste er einfach. „Ich weiß nicht genau, woher diese tiefe Überzeugung kam, aber ich spürte, dass ich meinen Weg gehen und meiner Vision folgen muss.“

So veröffentlichte er zunächst 17 Alben eigenständig im Internet und begegnete parallel dem Erbe seines Großvaters immer intensiver und tiefer. Je mehr er sich selbst, beispielsweise durch Visualisierungs- und Affirmationstechniken, näher kam, destruktive Gedanken auflöste und sich auf seine Ziele fokussierte, desto rascher wuchsen Erfolge und es kamen Begleiter, Lehrer und Unterstützer in sein Leben.

Sein Publikum wuchs und wuchs. Ein Meilenstein war auf diesem Weg die Begegnung mit Veit Lindau und die gemeinsame Erschaffung des Songs „Wo bist du“. Sein erstes mit Plattenfirma produziertes Album „Spirit“ (2014) verkaufte sich knapp 6.000 Mal.
Neues Album „Sternenstaub“ – die Weisheit des Universums in uns

SEOM – der Name steht für Sensitivität, Energie, Orientierung und Mut, also für alles, was Patrick als Menschen und Künstler ausmacht. Es ist aber auch genau das, was als Wirkung seiner Musik beim Hörer angesprochen wird. Jeder seiner Songs berührt individuell, sodass jeder sich fühlt, als wäre er ganz persönlich gemeint. Die tiefe Verbindung mit SEOMs Texten und den Gefühlen, die er transportiert, bestätigen sogar Menschen, die mit Musik und Spiritualität so gar nichts am Hut haben. „So ein Feedback bekomme ich tatsächlich öfter.

Ich denke, dass es unter anderem daran liegt, dass ich zwar meine Erfahrungen in die Texte hineinlege, sie aber dennoch offen lasse. So kann jeder seine eigenen Gefühle und Bilder mit meinen Worten assoziieren und sich selbst darin wiederfinden.“ Gemäß seinen eigenen spirituellen Erfahrungen und dem Wissen, das er sich aneignen konnte, singt er besonders häufig von der Macht des Geistes und der Gedanken („Spirit“) sowie von der einem jedem Menschen innewohnende Kraft und Magie. „Mir ist es so wichtig, dass Menschen lernen, sich selbst zu vertrauen und erkennen, dass wir alle die göttliche Weisheit des Universums schon in uns tragen“. Diese Ebene öffnet er auf seinem neuen Album „Sternenstaub“, das am 7. Mai 2017 erscheint.

Du bist aus Sternenstaub
Die Melodien aller Planeten
sind deinem Herz vertraut
Dein Potenzial wirkt schöpferisch
Erkenn die Göttlichkeit in dir und die Portale öffnen sich.

Beste Art, Inhalte zu vermitteln

„Rap erlaubt es mir, relativ dicht und reichhaltig Inhalte zu vermitteln“, begründet er sein Faible. Musikalisch werden seine Texte von Klavier und Streichern, teilweise auch Beats untermalt, die auf dem neuen Album sehr viel akzentuierter und bewusster eingesetzt werden, als bisher in seinen Songs. Kompositorisch hat ihn Jack Center unterstützt, produziert hat er mit dem jungen Label „Vibrating Music“, das spirituell ausgerichtet ist und sehr gut damit umgehen kann, dass Patrick als Künstler einen eigenen Kopf hat.

Bezüglich seiner früheren Plattenfirma sagt er: „Ich ziehe nicht komplett stur mein Ding durch, habe aber schon meine klare Vision und lasse mir nichts einreden, nur weil Profis meinen, dass es sich dann besser verkauft“. Die klare und selbst-loyale Linie aus seiner frühen Jugend setzt sich also bis heute fort.

Vision: Mit großem Orchester in Theatersälen

Noch arbeitet Patrick nebenbei unter anderem als Logopäde, gibt Seminare und hat begleitend zum Album „Spirit“ ein Buch (FeelGo(o)d) veröffentlicht. Wie jeder Künstler möchte er gern immer ausschließlicher von und mit seiner Musik leben. Sein Ziel für „Sternenstaub“: 20.000 Albenverkäufe. Und eine weiterhin großartige Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sein großes Ziel als Künstler: Die großen Theaterbühnen des Landes bespielen – mit einem großen Orchester.

Neben seinem leidenschaftlich-kreativen Schaffen arbeitet er mit Vision Boards darauf hin. Zwei stehen im Wohnzimmer, eines im Schlafzimmer – darauf die Zahl 20.000 und viele Bilder von gefüllten Theatersälen mit Orchester. Durch Visualisierungen wie diese hat er auch seine Lebensgefährtin Johanna (27) in sein Leben gezogen.

„Ich habe mir natürlich überlegt, wie meine Partnerschaft aussehen soll und was ich mir von der Frau an meiner Seite wünsche. Sogar Briefe habe ich an meine bis dahin noch unbekannte Zukünftige geschrieben“, erinnert er sich. Und kann heute freudig bestätigen: „Sie erfüllt das alles bis ins Detail!“ Mit ihr lebt er den für beide perfekten Mix aus Co-Kreation und Eigenständigkeit. Johanna ist unter anderem ebenfalls Künstlerin, „malt wunderschön und fotografiert“.

Bei seinen Auftritten begleitet sie ihn mit der Filmkamera und ist für die bunten und lebensfrohen Bilder verantwortlich, die seine neuen Musikvideos schmücken werden. Alle sind aufgenommen auf ihrer gemeinsamen Weltreise durch Panama, Costa Rica, Kolumbien, Laos, Viet Nam, Nicaragua, Kambodscha. „Als Zweierteam machen wir alle Videos selbst – sie filmt, ich schneide und texte“. Die großen Musikvideos zum neuen Album wurden von einer Filmemacherin aus der Schweiz zusätzlich nachbearbeitet und geschnitten.

Auf die Welt schauen, statt auf das Smartphone

Obwohl die beiden öfter mal eine Kamera dabei haben, versäumen sie es nicht, die Welt durch ihre eigenen Augen zu betrachten und sich nicht durch Medien abzulenken. Patrick ist bis heute einer der wenigen Smartphone-Verweigerer, trotz der Überredungsversuche seiner früheren Plattenfirma. „Es würde mir nie einfallen, unterwegs auf mein Handy zu starren, statt die Welt zu betrachten“.

Facebook und Co. nutzt er zwar und ist auch dankbar für diese Vernetzungsmöglichkeit – aber nur zuhause am Laptop. „Wenn ich unterwegs bin ist Social Media halt einfach nicht möglich“ – so hat er für sich eine gute Balance geschaffen, da auch er von sich weiß, dass er den Verlockungen eines Smartphones nicht widerstehen könnte.

Aber er weiß auch von den Schattenseiten und das ist schließlich eine weitere, eindringliche Botschaft auf „Sternenstaub“: „Der Sandmann der Medien treibt in den Schlaf in die Augen, so sehr, dass wir nicht mal mehr den Wachsamen glauben.“

Was genau meint SEOM damit? „Smartphones und andere Medien lenken dich oftmals leicht von dir selbst ab. Sie nehmen dir damit die Momente, in denen du auf dich selbst zurückgeworfen bist und deine eigenen Impulse und Ideen wahrnehmen kannst. Die sind aber die Basis für dein Schaffen und das Heraustragen deiner Magie in die Welt. Also hab Mut, schau nach innen und beschütze deine Träume! Denn diese Visionen sind Wegweiser für dich und Brücken zwischen Himmel und Erde!“

Deine Anja-Katharina Riesterer

www.anja-katharina.de

Hier findest du den gesamten Artikel „SEOM-Porträt im Compassioner“:

SEOM: Wenn Rap-Musik auf Spiritualität trifft

 

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